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Schule abgeschlossen - wie weiter?

Aktualisiert: Apr 26

Wie könnten wir mit neuen, originellen Ideen und Ansätzen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf eine Anschlusslösung zu finden?


An unserem Brückenangebot verbringen Jugendliche mit besonderen Hintergründen ein zusätzliches Schuljahr. Eines der wichtigsten Ziele ist das Finden einer Anschlusslösung, was unter den jetzigen Bedingungen noch schwieriger geworden ist. Rund zwei Drittel der Jugendlichen haben eine Lehrstelle gefunden, rund ein Drittel war noch nicht erfolgreich.


Photo: Eliott Reyna, Unsplash

Video-Feedback

zu den intrinsic Challenge Inputs



Intrinsic Campus-Studierende haben sich entschlossen, zu dieser Problemstellung vier verschiedene Inputs aufzubereiten.


Input 1:

Kreatives Bewerbungsdossier


In dieser Zeit, wo möglicherweise weniger Lehrstellen als sonst ausgeschrieben sind oder zumindest Vorstellungsgespräche und Schnuppern schwierig ist, könnten kreative Bewerbungsdossiers helfen. Für die Jugendlichen, die ihre Bewerbungsunterlagen “pimpen” möchten, haben wir ein paar Inspirationen zusammengestellt:


Portfolio digital

Ein Blog, Vlog oder digitales Fotobuch kann aufzeigen, welche Kompetenzen, Fähigkeiten, Haltungen sich der/die Schüler/in in der Schule angeeignet hat, beispielsweise durch Projekte in der Schule. Die coronabedingte Freizeit kann vielleicht auch genutzt werden, um das Portfolio je nach Berufswunsch zu erweitern (z.B. etwas aus Holz, Metall o.ä. herstellen, jemandem aus der Familie die Haare schneiden / Frisuren machen / schminken, Rezepte ausprobieren, Zimmerreinigung dokumentieren,...).

Tools: Bookcreator (Digitales (Foto-) Buch, Padlet (digitale Pinnwand), WordPress, Jimdo, Wix (Blog), Youtube oder Vimeo (Vlog)


Portfolio analog / Bewerbungspaket

Warum nicht ein “analoges” Portfolio als Bewerbung schicken? Eine Schachtel mit einer selbstgemachten Suppe im Glas, einer Metall- oder Holzskulptur, selbst genähtes Kleid – je nach Berufsfeld – mit ausgedrucktem und beigelegtem Bewerbungsschreiben. Auch das beigelegte Schreiben kann kreativ gestaltet sein, z.B. Bewerbung auf ein Skateboard (SportartikelverkäuferIn) oder auf eine Schutzmaske (Gesundheitsberuf) schreiben.


Referenzen kreativ aufbereiten

Referenzen zeigen den/die Jugendliche/n aus verschiedenen Perspektiven. Zum Beispiel per Video oder auch schriftlich können von vergangenen Praxiseinsätzen (oder auch der Schule oder dem privaten Umfeld – Geschwister, Freunde,...) Refernzen eingeholt und zusammengeschnitten werden. Mit einem Tool wie z.B. imovie können einfach und schnell Videos geschnitten werden.


Input 2:

Selbstreflektion / Journaling

Was will ich eigentlich und welche Möglichkeiten habe ich?


Das gemeinsame Besprechen der folgenden Fragen fördert vielleicht neue ureigene Wünsche der Jugendlichen zutage. “Journaling”, also eine Art Tagebuchschreiben – nur für sich selbst – wäre möglicherweise eine Alternative, um diese Fragen alleine zu erforschen.


Was wollte ich früher werden? Warum? Erinnere dich zurück an die Kindheit. Stand für dich dazumal fest, was du später sein wirst? Die kindlichen Wünsche sind oft unbelastet von den Einflüssen Dritter.


Welchen Beruf möchte ich erlernen? Was benötige ich dazu? Gibt es offene Lehrstellen? Was muss ich mir noch aneignen, dass der Berufswunsch realistisch ist?


Gibt es verwandte Berufe, die auch spannend sind? Was hält mich zurück, noch anderes auszuprobieren? Wovor habe ich Angst und wie kann ich mit diesen Ängsten umgehen? Was brauche ich? Wer kann mich unterstützen?


Photo: Vince Fleming, Unsplash


Input 3:

Ideen zum Mutmachen, für gegenseitige Inspiration und Austausch


Unterstützung und Feedback aus dem nahen Umfeld (Familie, Klassenkameraden) einholen: Was kann ich deiner Meinung nach besonders gut? Wo und wann siehst du mich “strahlen”?


Bildung von Kleingruppen, wo man sich regelmässig austauscht (aktuell via Audio-/Videokonferenz) und unterstützt, z.B. auch mit KlassenkameradInnen, die bereits eine Lehrstelle haben und auch im Bewerbungsprozess unterstützen können.


"Digitales Klassenzimmer", wo sich sich die Jugendlichen (und LernbegleiterInnen) regelmässig in einer Audio- oder Videokonferenz (Tool siehe weiter oben) treffen zum Austausch (Wie geht es mir? Wie verbringe ich meine Zeit während Corona? Wo stehe ich im Berufsfindungs- bzw. Bewerbungsprozess? Wo könnte ich Unterstützung benötigen?)


Eine “Digitale Pinnwand”, z.B. mit Padlet (siehe Challenge 'Tools, Tools, Tools), ermöglicht es, mit anderen BenutzerInnen Texte, Fotos, Links und andere Inhalte zu teilen und sichtbar zu machen. Die Portfolios und Fotos von aktuellen Aktivitäten zu teilen kann gegenseitige Inspiration und Motivation fördern.


Klassenwebsite oder Blog/Vlog erstellen, wo sich die SchülerInnen vorstellen, ihre Lernprozesse, Interessen, Erfahrungen veröffentlichen und ev. sogar Aufruf für jene, die noch eine Stelle suchen oder falls noch Unterstützung in bestimmten Bereichen gesucht wird. Daraus könnte auch eine Kampagne auf Social Media gestartet werden (nur, wenn sich SuS damit wohl fühlen) > Message gegen aussen: Schaut was wir machen, hier könnt ihr uns unterstützen!

1:1 Mentoring durch andere Jugendlichen (z.B. mit oder inspiriert von Rock Your Life)



Input 4:

Alternativen zu Berufslehre ab Sommer

Die momentane erschwerte Situation durch Corona löst bei den Jugendlichen, die noch keine Lehrstelle haben, bestimmt zusätzlich Druck aus – ein schwieriger Start ins Berufsleben. Müssen denn die Jugendlichen unbedingt alle eine Lehrstelle haben ab Sommer? Oder könnten sich aus dieser Situation neue Chancen ergeben? Ein “Alternativplan” in Form eines Zwischenjahrs könnte Druck nehmen und Raum für Neues geben: die Persönlichkeit weiterentwickeln, Erfahrungen sammeln, Selbstvertrauen tanken und soziale, vielleicht aber auch fachliche Kompetenzen für den gewünschten Beruf zu entwickeln. Beispiele:

  • Praktikum/Schnupperlehren im interessierten Berufsfeld (oder in einem ganz anderen)

  • Au-Pair Einsatz (z.B. aupair.ch)

  • Freiwilligeneinsatz (z.B. Benevol, SCI)

  • Sprachliche Weiterbildung (z.B. Tessin, Romandie,...)

  • Fähigkeiten, die für den gewünschten Beruf nötig sind, weiterentwickeln (Kurse)

  • Gibt es ev. die Möglichkeit, das Brückenangebot verlängern?


Ganz konkret könnte die Vorbereitung dafür in den kommenden Monaten bis zum Sommer sein:

  • Mit einem Lerncoach oder jemandem aus dem Umfeld zusammen herausfinden, wie ein Zwischenjahr aussehen könnte (vielleicht helfen Fragen aus Input 2).

  • Plan machen fürs kommende Jahr: was mache ich wann, wie lange und warum?

  • Corona-Hilfsangebote: Gibt es einen Bereich, in dem ich mich engagieren kann / möchte, der mir vielleicht auch als Vorbereitung für meinen Berufswunsch hilft? Ein solches Engagement könnte helfen, um Selbstvertrauen aufzubauen, positive Erlebnisse zu kreieren, Motivation aufzubauen und Referenzen zu sammeln.



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