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Intrinsische Motivation im Bildnerischen Gestalten fördern

Einer FMS-Lehrperson für Bildnerisches Gestalten wurde die Aufgabe zugeteilt, den Lehrplan für dieses Fach zu überarbeiten. Wie könnte dieser so gestaltet werden, dass möglichst viel Spielraum für intrinsisch motiviertes Lernen bleibt?

Foto: Mike Fox, Unsplash

Input 1:

Zusätzliche Kompetenz in den Lehrplan


Im bisherigen Lehrplan sind folgende Kompetenzen (mit jeweils mehreren spezifischen Unterkompetenzen) vorhanden:

  • “Darstellungsfähigkeit - Sichtbar machen”: Die Lernenden verfügen über grundlegende gestalterische Ausdrucks- und Wirkungsformen und drücken anhand adäquater Gestaltungsmittel und -methoden eigene Wahrnehmungen und Empfindungen visuell aus und stellen diese dar.

  • “Reflexion”: Die Lernenden deuten und formulieren eigene Wahrnehmungen in mündlicher und schriftlicher Form und begründen ihre Haltung gegenüber eigenen und fremden Arbeiten in reflektierter Weise.

Aus unserer Sicht fehlt hier eine Kompetenz, die intrinsische Motivation reflektiert und fördert. Wir würden deshalb einen zusätzlichen Kompetenzbereich ergänzen (als allererste Kompetenz noch vor “Darstellungsfähigkeit” und “Reflexion”):

  • "Individueller Zugang zu Kreativität": Die Lernenden finden ihren eigenen Zugang zum Bildnerischen Gestalten, zu ihrer Kreativität und zu Kunst, anhand von selbstorganisierten Forschungen und den daraus resultierenden Erfahrungen.

Input 2:

Zusätzliche Denkanstösse


Dimension Lehrplan und Haltung der Lehrperson

  • Wenn die zusätzlich vorgeschlagene Kompetenz (individueller Zugang zu Kreativität) ergänzt wird, stellt sich die Frage, wie viel Sinn die detaillierten Teilkompetenzen in den bereits existierenden – möglicherweise einengenden – Kompetenzen ergeben (Perspektiven, Mal- und Bildkonzepte, mehrdimensionales Gestalten, ...).

  • Der Unterricht wird nicht automatisch "intrinsischer", nur weil eine zusätzliche Kompetenz im Lehrplan vorhanden ist. Als zentral erachten wir, dass die Lehrpersonen auf der methodischen Ebene und an ihrem Mindset ansetzen – die Schülerinnen und Schüler erforschen und intrinsisch arbeiten lassen.

  • Statt alle Bereiche, Materialen und Methoden abdecken zu wollen, den "Mut zur Lücke" haben und den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, jene Bereiche zu vertiefen, die sie wirklich interessieren und für sie relevant sind. Das weckt Lust auf mehr und erhöht die Möglichkeit, dass sich die Schülerinnen und Schüler auch über die Schule hinweg eigenständig weiterbilden.

Dimension Methoden und Umsetzung des Unterrichts

  • Schülerinnen und Schüler gestalten den Unterricht selbstorganisiert, die Lehrperson bietet ausschliesslich Unterstützung und stellt Material zur Verfügung.

  • Schülerinnen und Schüler überprüfen die Kompetenzen im Halbjahres-Rhythmus selbständig (und allenfalls im Coachinggespräch mit der Lehrperson).

  • ‘Aushalten’ seitens der Lehrperson, dass es Schülerinnen und Schüler gibt, die nicht von Anfang an ins Machen kommen, weil sie zuerst in die intrinsische Motivation ‘zurück finden’ müssen. Dies gehört auch zum Lernprozess!

  • Endprodukt in einem Ideenkatalog sammeln und als Inspiration für den nächsten Jahrgang nutzen.

Input 3:

Unser zusätzliches Angebot


Unter den intrinsic-Studierenden gibt es einige, die am Thema Kunst interessiert sind. Eine Gruppe könnte einen Katalog mit möglichen offenen und individualisierbaren Aufgaben zur Gestaltung von lehrreichen Unterrichtseinheiten und Projekten im Fach Bildnerisches Gestalten zusammenstellen.


Eure Rückmeldung ist inspirierend und erfrischend und regt an, weiter zu denken. Es sollte meiner Meinung nach an jeder Schule ein Gremium haben, das sich solchen Fragen annimmt, in der innovativen Art, wie ihr das macht! - Lehrerin
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