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Strukturieren – Motivieren – Kommunizieren!

Aktualisiert: Apr 29

Homeschooling während der Coronakrise hat sich zu Hause bei Luca (5. Klasse) noch nicht richtig eingespielt. Gefragt sind Tipps für eine gute Strukturierung des Wochenplans, Ideen für eine grössere Lernmotivation und allenfalls Inputs für eine bessere Kommunikation mit der Lehrerin.


Photo: Annie Spratt, Unsplash


Das Homeschooling bei Luca und seinen Eltern funktioniert noch nicht so ganz. Der Wochenplan, den er von der Lehrerin erhält, ist schwierig zu verstehen, sehr dicht und löst viel Druck aus. Die Familie wünscht sich deshalb Inputs für:


● mehr Struktur im Alltag und Koordination der Aufgaben

● eine grössere Lernmotivation von Luca

● bessere Kommunikation mit Lehrerin


Input 1:

Vorschlag für eine Tagesstruktur


  1. Am Montag: Wochenübersicht mit Fächern und den Aufgaben auf Post-its schreiben (in wenigen Stichworten, um die “Schwere” aus dem Wochenplan zu nehmen), ev. auch eigene Aktivitäten/Aufgaben hinzufügen

  2. An der Wand einen Raster machen (z.B. mit farbigem Papier und Klebeband)

  3. Am Morgen ein Check-in machen (Wie geht es dir? Worauf hast du heute Lust? Was muss erledigt werden?)

  4. Drei Post-its aussuchen von den “To Do’s” als Ziel für den Tag (davon mindestens eines, das auch Spass macht). Verschieben zu “In Arbeit”

  5. Wenn eine Aufgabe erledigt ist, Post-it’s verschieben zu “Erledigt”

  6. Am Nachmittag/Abend ERFOLGE FEIERN! Austausch und Eintrag ins Tagebuch (siehe weiter unten): Was hat Spass gemacht? Was habe ich gelernt? Was war herausfordernd um warum?

Am nächsten Tag wenn nötig neue Post-its schreiben, wiederum drei auswählen etc.

WICHTIG:

Die “Erledigt”-Aufgaben abends nicht wegnehmen, so bleibt immer sichtbar, was Luca bereits in all den Tagen erarbeitet hat! Eventuell am Ende der Woche einen Rückblick machen.



Input 2:

Ideen, damit die Aufgaben mehr Spass machen


Luca bewegt sich gerne. So könnten Aufgaben, die dies ermöglichen (z.B. Auswendiglernen von Wörtli, Liedern und Gedichten, Kopfrechnungsaufgaben etc.), mit Bewegung verbunden werden: Parcours im Zimmer aufstellen, Balancieren, Seilspringen, Kopfstand, Pedalo, Trampolin, Joggen.


Dinge, die einfach erledigt werden müssen, abwechseln mit Dingen, die er gern macht (siehe auch Input 1): Beispielsweise zwei Dinge pro Tag, die er gerne macht und eines, das erledigt werden muss, auswählen.

In der Ausführung der Dinge Kreativität walten lassen und so lösen, dass sie mehr seinen Bedürfnissen entsprechen. Beispielsweise beim täglichen Tagebucheintrag, wenn er nicht gerne schreibt:

  • Auf dem Computer schreiben statt von Hand

  • Audio-Aufnahme statt schriftlich

  • Das Tagebuch in Form eines Blogs gestalten, in dem auch Fotos, Zeichnungen, Videos usw. gesammelt werden können

Wichtig ist, dass Aufgaben, die in abgeänderter Form gelöst werden, reflektiert begründet werden. Dies kann auch etwas bewirken! (siehe Input 3, Erkenntnisse für die Lehrerin, wie sinnvoll eine Aufgabe ist).


Mit anderen Gspändli online zusammenschliessen für gewisse Aufgaben, weil es zu zweit oder dritt einfach mehr Spass macht! (z.B. mit Zoom, Skype oder Slack).


Unbedingt FEIERN, was er geschafft hat!


Input 3:

Zusätzliche Gedanken und Tipps

Überlegt euch, was ihr braucht (Kind und Eltern), und lasst euch nicht vom Wochenplan unter Druck setzen. Versucht, im Wochenplan den Freiraum zu sehen und ihn so umzusetzen, dass er Luca entspricht.


Aufgaben “lebensecht” gestalten und Eigeninitiative fördern (z.B. Kochen). Dies auch im Tagebuch dokumentieren.


Dokumentation ist wichtig und zeigt den Prozess des Homeschoolings und von Luca auf.


Dies könnte auch der Lehrerin wichtige Erkenntnisse geben: Welche Aufgaben sind sinnvoll? Welches Arbeitspensum ist für die SchülerInnen tragbar? Deshalb würden wir empfehlen, Erkenntnisse mit ihr zu teilen und Veränderungsanstösse zu geben.


Wir würden den Austausch zwischen den Kindern und Eltern als bereichernd sehen. Was läuft bei euch gut, was ist schwierig? Ein empfehlenswertes Tool wäre z.B. Slack (siehe Input 4).

Input 4:

Slack als Kommunikationstool für Austausch untereinander und mit der Lehrperson


Slack ist eine Kommunikationsplattform, wo man sich in verschiedenen (offenen oder geschlossenen) Themen-“Channels” austauschen kann. Ausserdem ist es möglich, Texte, Fotos, Links etc. zu teilen. Mit Slack könnt ihr:

  • Euch unter den Eltern austauschen, denn sicherlich stehen auch andere Eltern an den gleichen Punkten an oder haben evtl. den Durchblick wenns um das Verständnis des Wochenplanes geht.

  • L. kann über diesen Kanal mit seinen Gspändli in Verbindung bleiben, sie können einander inspirieren und motivieren, durch Teilen von Geschafftem.

  • Mit der Lehrerin kann ebenfalls kommuniziert werden.


Videos, die Slack gut erklären, sind auf Youtube zu finden (z.B. dieses)



Feedback zu den Inputs vom intrinsic Campus:

«Wir freuten uns sehr über die vielen Ideen und staunten über die Vielfalt der Lösungsansätze. Einige konnten wir direkt umsetzen, so z.B. die Tagesstruktur, die Zusammenarbeit mit Klassenkameraden (per Videokonferenz) oder auch gewisse Aufgaben mit Bewegung zu verbinden. Nicht so gut umsetzbar war, die Aufgaben kreativ an L.’s Bedürfnisse anzupassen, da die Aufgaben gemäss Plan gelöst werden mussten. Alles in allem: Homeschooling ist noch immer herausfordernd, aber die Tipps haben es etwas leichter und motivierender gemacht.» - Mami von Luca

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