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Begeisterung fürs Lesen wecken

Ein Drittklässler behauptet von sich, er sei ein schlechter Leser, weil sein Lesetempo nicht allzu hoch ist. Seine Eltern möchten ihn unterstützen, damit er sich auf spielerische Art und Weise verbessern kann.

Photo: Annie Spratt, Unsplash


Gesucht werden neuen Ideen, damit der Junge auf spielerische Art und Weise sein Lesetempo erhöhen und damit auch sein Selbstwertgefühl stärken kann.

Input 1:

Spielerische Ideen, die Lust aufs Lesen zu steigern


Vorlesen und Zuhören:

  • Beispielsweise in der Familie (gegenseitig) vorlesen, den kleineren Geschwistern oder Verwandten.

  • Eine Geschichte aufnehmen und an Grosseltern, Götti/Gotti o.ä. als Geschenk schicken.


Schreiben und Lesen verbinden und “lebensecht” machen:

  • Brieffreundschaft initiieren mit Freunden oder Verwandten.

  • Mit Elternteil oder Geschwistern eine eigene Geschichte schreiben und dann gegenseitig vorlesen (z.B. abwechslungsweise ein kurzes Kapitel schreiben).

  • Gemeinsam kochen oder backen: Rezept raussuchen und gemeinsam kochen / backen


Lesen nach Interessen:

  • Themen, die ihn interessieren, gemeinsam recherchieren, Bücher dazu suchen oder Texte im Internet – Rechercheaspekt und Interessenverfolgung stehen so im Vordergrund und das Lesen passiert automatisch "nebenbei".

  • Zeitschrift, die ihn interessiert (Spick, Sport- oder Computermagazin o.ä.), abonnieren.

  • Rätselkrimis, wie z.B. dieser: Kombiniert lesen mit rätseln und Detektiv spielen.


Spielerische Aspekte einbinden:

  • Rollenspiele / Theaterstücke lesen und "performen" – da kann auch mal eine Rolle absichtlich stottern, langsam sprechen o.ä.

  • Lesespiele erfinden, z.B. "Tagesschau": TV basteln aus einer Kartonschachtel und von dort als Tagesschausprecher Nachrichten lesen.

  • Heldengeschichten selber erfinden und dabei einen Helden selber kreieren. Welche Eigenschaften hat er, wie sieht er aus? Was macht ihn besonders? Hat er eine spezielle Art, sich zu bewegen oder zu sprechen? Diese Übung kann auch helfen, um spielerisch den inneren Helden, den der Junge in sich hat, zu wecken.

Input 2:

Ideen, um Selbstwertgefühl zu steigern


Auf intrinsische Motivation fokussieren: Jedes Kind hat einen angeborenen Drang zu lernen. Es lernt dann, wenn es von sich aus motiviert ist und die Fähigkeit dazu ausgebildet ist: “Das Kind kann sich nur Erfahrungen zu eigen machen, die seinen Fähigkeiten entsprechen. Werden ihm Wissen und Fertigkeiten aufgedrängt, für die es entwicklungsmässig noch nicht bereit ist, wird es verunsichert und lustlos. (...) Die Eltern brauchen die Neugier und die Aktivität ihres Kindes nicht zu wecken oder gar zu steuern. Beides bringt das Kind mit. Es ist ausreichend, wenn die Eltern dem Kind Erfahrungsmöglichkeiten anbieten, die seinem Entwicklungsstand entsprechen. Das Kind soll selbst bestimmen können, wie und in welchem Ausmass es diese nutzen will.” (Remo Largo)


Beobachten, in welchen Momenten der Junge von sich aus liest und Spass dabei hat. Weitere Erfahrungen in solchen Situationen ermöglichen oder vertiefen.


Das Thema auch mal ruhen lassen: Wenn er sich in der Schule unter Druck fühlt, sollte sich das Gefühl nicht zu Hause fortsetzen. Die Haltung der Eltern kann hier helfen: Zeit und Vertrauen schenken, dass die Fortschritte automatisch kommen werden. Angebot, wenn Sohn möchte, ansonsten keine allzu grosse Wichtigkeit geben. Vielleicht können auch Achtsamkeits-/Konzentrationsübungen helfen (zu finden z.B. auf Youtube oder hier). Wir empfehlen aber auch hier ein spielerischer Umgang und Fokus auf die Motivation des Jungen, damit er nicht das Gefühl hat, Defizite zu haben und “therapiert” werden zu müssen. Und als Eltern unbedingt mitmachen / vorleben.


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